Saint Paul de Vence

Ein Künstlerdorf?

von Bert Schwarz

Das mittelalterliche Dorf Saint Paul de Vence liegt auf einem grünen Hügel 15 Minuten vom Meer entfernt und bietet einen aussergewöhnlichen Panoramablick, der sich von der Küste bis zu den voralpinen Bergen erstreckt.

Saint Paul de Vence

Autor, Kamera, Montage : Bert Schwarz

© reisemagazin TV 2020

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Saint-Paul ist ein typisch provenzalisches Dorf und wird von seinen Stadtmauern aus dem 16. Jahrhundert umgeben, die im Auftrag von König Franz I. errichtet wurden.

Sanary © Bert Schwarz

In Saint Paul angekommen, trifft man zuerst auf ein Parkhaus, das sehr gut ausgestattet und ausreichend gross für moderne Kraftfahrzeuge ist. Beim Blick auf die Preistafel haben wir uns gefragt, ob wir in Monaco angekommen sind, denn das Preisniveau ist unangemessen.

Nun gut. Wir sahen dann die berühmte Auberge La Colombe d'Or, die eine Reihe von Künstlern wie Yves Montand, Chagall, Modigliani und Matisse als Gäste beherrbergte, und wo noch heute viele ihrer Werke zu sehen sind.

Sanary © Bert Schwarz

Wir begannen unsere Tour durch die mittelalterliche Stadt am massiven, gewölbten Königstor mit seinen Kanonen. Von dort aus wanderten wir die mit Kopfstein gepflasterte Strasse «Rue Grande» weiter vorbei an der Touristinformation Geschäften und Galerien, die sich in den mittelalterlichen Häusern untergebracht sind.

Sanary © Bert Schwarz

Vor der Abreise, sollte im Café einen Zwischenstopp eingelegt werden, empfehlen einige Reiseführer, dort einen Drink zu sich nehmen und den Dorfbewohnern zusehen. Wir hatten unseren Proviant glücklicherweise dabei, den wir neben dem Südtor verputzten. Wir sind nicht sicher, ob wir wirkliche Dorfbewohner sahen, oder nur Menschen, die, wie z.B. eine deutsche Boutiqubesitzerin, nur zum Arbeiten ins Dorf kommen. Wir sahen aber Ströme von überwiegend asiatischen Touristen, wo wir uns fragten, wie die hierher fanden und die sich nicht unbedingt angemessen verhielten, spärlich belegte Restaurants und Galerien, wo Touristen «nur» schauten.

Sanary © Bert Schwarz

Fazit: Saint-Paul ist eigentlich ein hübsches und toll erhaltenes altes Dorf, das - wenn man schon in der Gegend ist - durchaus einen Besuch wert ist. Die eigene Erwartungshaltung sollte aber bitte nicht zu hoch sein. Wir kamen uns jedenfalls zeitweise wie in Disneyland vor, denn wir empfanden diesen Ort als alt, aber nicht - mehr - authentisch und von Touristen total überlaufen. Ein Künstlerdorf ist es, finden wir, jedenfalls nicht, auch wenn Kunst in den Galeren angeboten wird.