Burgen - Schlösser - Herrenhäuser

Château de Beynac, Festung aus dem Mittelalter mit 900 Jahren Geschichte

von Bert Schwarz

Die schweren Verteidigungsmauern wurden einst von einigen der berühmtesten Persönlichkeiten Frankreichs bewacht: König Richard I. "Löwenherz" von England, der uns schon als Gefangener auf Burg Trifels über den Weg lief, Simon de Montfort, Anführer eines der Kreuzzüge, die Herren von Beynac und die vier Herren von Périgord, die im Prunksaal des Schlosses herrschten. Es heisst, tief im Herzen der Festung würde das Echo der Schlachten des Hundertjährigen Krieges immer noch nachklingt.

Dies war eine Zeit, in der die Herrscher von Frankreich und England die Dordogne als Grenze zwischen den Territorien angenommen hatten. Auf den Höhen eines der schönsten Dörfer Frankreichs lädt die Festung von Beynac heute ganz friedlich zu einer einzigartigen Reise zwischen Himmel und Erde in das Herz des Mittelalters ein.

Autor, Kamera, Montage : Bert Schwarz

© reisemagazin TV 2020

Geschichten von Burgen, Schlössern, Herrenhäusern
Château des Milandes
Hier war das Zuhause von Josephine Baker.
Château de Beynac
Demnächst an dieser Stelle.
Château de Castelnaud
Die ältesten Dokumente erwähnen die Burg im 13. Jh.
L'Hôtel-Dieu
Dieses Herrenhaus in Hautefort beherrbergt eine bemerkenswerte Medizintechnik-Sammlung
Château d'If
eine Inselfestung, die den Zugang zum Alten Hafen von Marseille bewacht
Burg Eltz
ist eine jener Befestigungen, die nie erobert werden konnten.
Burg Landeck
Ungewöhnlich ist der Standort dieser Burg.
Burg Trifels
war eine Kaiserburg und die Lieblingsburg Kaiser Barbarossas
Hambacher Schloss
Es gilt als Sinnbild der Demokratie in ganz Deutschland.

Mit den Regenfällen im Herbst und Frühling wird die Dordogne schiffbar. Sie ist der sicherste Weg zwischen Bergerac und dem Bordelais. Entlang seines mäandrierenden Verlaufs fahren Boote mit sehr geringem Tiefgang, Gabarres, und transportieren Waren wie Walnüsse, Kastanien, Holz oder Wein aus dem Périgord. Jedes Boot muss vom Herrn von Beynac ein Durchfahrtsrecht erwerben.

Château de Beynac © Bert Schwarz
Château de Beynac © Bert Schwarz

Seit dem 13. Jahrhundert siedelten sich entlang des Flusses, unterhalb der Burg, die für ihren Lachs bekannte Seigneuralfischerei an. Die strategische Lage der Festung von Beynac ermöglichte eine leichte Kontrolle über die lokalen Wasserwege, was die wirtschaftliche Macht deutlich erhöhte und ihren Herrn zu einer der mächtigsten Figuren des 12. und 13. Jahrhunderts machte

Château de Beynac © Bert Schwarz
Château de Beynac © Bert Schwarz

Adhémar de Beynac starb 1194. Er hinterliess keinen direkten Erben und erlaubte daher Richard I. zu Recht, die Burg von Beynac einem seiner treuesten Gefährten anzubieten, einem Mann, dem er während seiner Abwesenheit auch die Verantwortung für seine Schlösser in Aquitanien anvertraute: dem Krieger Mercadier.

Château de Beynac © Bert Schwarz
Château de Beynac © Bert Schwarz

Küchen wurden während der im 13. Jahrhundert im Zuge von Renovierungen eingebaut und veränderten das Aussehen des Schlosses grundlegend. Da sich die Herren von Beynac eine solche Küche leisten konnten, zeigten sie einmal mehr ihre Macht und ihren Reichtum.

Die an der Decke befestigten Haken ermöglichen es, die Vorräte ausser Reichweite der Ratten zu halten. Der Piséfussboden bildet hier einen Weg durch den Felsen, gegen den die Schlossküchen gebaut sind. Die Küche, die in einer Grössenordnung entworfen wurde, die normalerweise Burgen und Abteien vorbehalten ist, ermöglichte das Braten von Fleisch, während auch ein Brotbackofen zur Verfügung steht, der eine wesentliche Komponente für alle Mahlzeiten darstellt.

Auch in Abwesenheit der Herren von Beynac ist die Macht, die einst von hier ausging, bei jedem Schritt spürbar und beeindruckend.