Museen im Mönchshof, Kulmbach

Text & Fotos: Bert Schwarz
Der Kulmbacher Mönchshof, ein Portrait

Kultur und Genuss unter einem Dach: Mit dem Bayerischen Brauereimuseum inklusive Gläserner Museumsbrauerei, dem Bayerischen Bäckereimuseum und dem Deutschen Gewürzmuseum sowie dem Museumspädagogischen Zentrum (MUPÄZ) und dem Mönchshof Bräuhaus ist der Kulmbacher Mönchshof ein starker kultureller und touristischer Anziehungspunkt in der Genussregion Oberfranken, aber insbesondere auch als Schaufenster des Lebensmittelstandortes Kulmbach.

Kulmabch © Bert Schwarz

Bereits aus dem 13. Jahrhundert gibt es erste Hinweise auf den Kulmbacher Mönchshof als klösterliches Vorwerk. Damals allerdings noch nicht am heutigen Standort im Kulmbacher Stadtteil Blaich, sondern da, wo heute in der Kulmbacher Innenstadt der Holzmarkt zu finden ist. Das Augustinerkloster, und damit auch sein Brauhaus, wurde 1553 während einer Belagerung der Stadt zerstört und vorerst nicht wieder aufgebaut. Erst im 19. Jahrhundert wurde dann die Mönchshofbräu auf ehemaligem Klosterbesitz in der Blaich errichtet. Über die Jahre hinweg entwickelte sich diese zu einer namhaften Exportbrauerei und war in den 1960er Jahren sogar der Spitzenreiter unter einheimischen Grossbrauereien.

Der Kulmbacher Mönchshof vereint heute Kultur und Genuss unter einem Dach und ist nicht nur das Schaufenster des Lebensmittelstandortes Kulmbach, sondern gilt auch als Schaufenster der bayerischen Nahrungsmittelkultur. Ein Besuch, finde ich, lohnt sich auf jeden Fall.

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Das Bayerische Bäckereimuseum

Im Kulmbacher Mönchshof gehören das Backen und das Brauen zusammen getreu dem Motto „Heute back‘ ich, morgen brau‘ ich...“ So befindet sich seit mehr als 10 Jahren gleich neben dem Bayerischen Brauereimuseum das Bayerische Bäckereimuseum, in dem mich die Zeitreise bis zurück ins alte Ägypten führt.

Auftakt des beeindruckenden Rundgangs ist ein altes Backhäuschen aus dem 17. Jahrhundert.

Bayerische Bäckereimuseum © Bert Schwarz

Hier sollte man damit rechnen, dass jeden Moment die Hexe aus „Hänsel und Gretel“ um die Ecke kommen.

Am Anfang des Bäckerhandwerks steht das Korn, der Bauer, also die Landwirtschaft. Wir tauchen ein in den landwirtschaftlichen Alltag des frühen 20. Jahrhunderts und gelangen zu einer sich über drei Stockwerke auftürmenden alten Neidmühle. Wir erfahren anschaulich die Arbeit des Müllers und die einzelnen Arbeitsschritte in einer Getreidemühle. Wir sehen Technik 1.0 : Antriebsarten historischer Mühlen und lernen unterschiedliche Mehlsorten kennen.

Bayerische Bäckereimuseum © Bert Schwarz

In einer alte Backstube, wird mit handwerklicher Erfahrung und harter Arbeit das Mehl zum Brot. Am Ende unseres Besuchs gibt es ein Stück Malz- und Hopfenbrot aus dem eigenen Backofen zum Probieren.

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Das Bayerisches Brauereimuseum und die
Gläserne Museumsbrauerei

Autor, Kamera, Montage : Bert Schwarz

© reisemagazin TV 2021

Mit über 3.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche ist das auf dem Kulmbacher Mönchshof angesiedelte Bayerische Brauereimuseum eines der grössten Spezialmuseen rund um Bier – eine wahre Schatzkammer der Bierkultur seit mehr als 25 Jahren. Die herausragende Bedeutung des „flüssigen Goldes“ in Bayern, Franken und insbesondere im Bierland Oberfranken wir in den einzelnen Abteilungen des Museums eindrucksvoll dargestellt. Mit vielen interaktiven Stationen wird der Museumsbesuch zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Bayerische Brauereimuseum © Bert Schwarz

Mit der Kunst des handwerklichen „Bierbrauens um 1900“ beginnt die Ausstellung. Hier wird beeindruckend dargestellt, unter welch körperlicher Anstrengung zu dieser Zeit der leckere Gerstensaft hergestellt wurde. Vom Bierbrauen zur Zeit der alten Ägypter über die Römer und Kelten führt der Weg der „Bierkultur im Wandel der Zeit“ zum mittelalterlichen Bierbrauen der Mönche. Unsere Reise geht weiter. „Werbung rund ums Bier“ und „Brauereiarchitektur“ sind zwei weitere, sehr interessante Aspekte.

Bayerische Brauereimuseum © Bert Schwarz

Mich fasziniert, wie anschaulich ich nachvollziehen kann, wie das Brauwesen von der Industrialisierung revolutioniert wurde und, dass das Brauen heute noch immer eine hohe handwerkliche Kunst ist.

Der Besuch in der „Gläsernen Museumsbrauerei“ mit ihren durchsichtigen Sudkesseln und glänzenden Kupferhauben ist Abschluss und Höhepunkt meines Besuches. Hier erlebe ich mit, wie aus Hopfen, Malz, Wasser und Hefe einzigartige, auf die unterschiedlichen Jahreszeiten abgestimmte Spezialbiere auf hergebrachte, handwerkliche Weise entstehen. Ich schaue dem Braumeister über die Schulter und lausche seinen Erklärungen.

Bayerische Brauereimuseum © Bert Schwarz

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Das Deutsche Gewürzmuseum

Was wäre die Welt ohne Gewürze? Es gäbe keinen Geschmack an Wurst, Fleisch, Käse oder Gebäck. Weihnachtliche Lebkuchen und Plätzchen könnten nicht ihren unnachahmlichen Duft verströmen und die Kochtöpfe der Welt wären ein Hort kulinarischer Tristesse und Langeweile.

Deutsches Gewürzmuseum © Bert Schwarz

Das Deutsche Gewürzmuseum zeigt, wie Gewürz aus fernen Ländern in früheren Zeiten seinen Weg zu uns fand. Wir beginnen auf dem Basar mit duftenden Gewürze und orientalischer Musik und tauchen in die Welt der Gewürze ab. Wir fahren auf der Seidenstrasse und lernen, wie Gewürze über den Seeweg nach Europa gebracht wurden und wie der beschwerliche Weg über die Alpen gemeistert wurde.

Deutsches Gewürzmuseum © Bert Schwarz