Musée national de Préhistoire, Les Eysies

von Bert Schwarz

Wie so oft, auch hier: Internet-Recherche ist gut für eine grobe, oder in unserem Fall, grossflächige Information. Auf diese Art und Weise « stolperten» wir mit Glück und der Hilfe eine sehr netten, engagierten Mitarbeiterin des Museums in dieses einzigartige Haus.

Musée national de Préhistoire, Les Eysies © Bert Schwarz

Das Nationale Museum für Vorgeschichte ist ein Ort der Erinnerung an die Geschichte der Vorzeit, ein Aufbewahrungsort für Objekte, Studienzentrum und ein Ort der Verbreitung von Wissen in ständiger Entwicklung und seit seiner Gründung Anfang des 20. Jahrhunderts Bezugspunkt für Prähistoriker und Besucher. Das Museum liegt in der Nähe der wichtigsten menschlichen Kunstsammlung, die zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt wurden. Es beherbergt aussergewöhnliche Sammlungen, die es uns heute ermöglichen, mehr als 400 Jahrtausende menschlichen Daseins zu verfolgen.

Musée national de Préhistoire

Autor, Kamera, Montage : Bert Schwarz

© reisemagazin TV 2020

Ab 1913 liess der Archäologe Denis Peyrony, der auch viele andere Ausgrabungsstätten entdeckt hatte, vom französischen Staat die Ruinen des Château des Eyzies kaufen, um das archäologische Erbe des Vézère-Tals zu erhalten, zu studieren und dann vor Ort zu präsentieren.

Diese Region ist in dieser Beziehung hochinteressant, einschliesslich der zeitlichen Durchgängigkeit ihrer Besiedlung während der prähistorischen Zeit und war ein bevorzugter Lebensraum für Mensch und Tier während der Eiszeiten. Bemerkenswerte Bedingungen für den Erhalt der Werke und qualitativ hochwertige wissenschaftliche Forschung. Staunend stellen wir fest, wie die Menschen hier ihre Fähigkeit zum symbolischen Ausdruck beherrschen, sowohl bei den Neandertalern in ihren ersten Bestattungsformen (80.000 v.Chr.) als auch beim Homo sapiens, dem modernen Menschen mit dem Erscheinen monumentaler Kunst in ihren verschiedenen Formen (35.000 v.Chr.).

Musée d'Art Classique de Mougins © Bert Schwarz
Musée d'Art Classique de Mougins © Bert Schwarz

Der vom Pariser Architekten Jean-Pierre Buffi entworfene Erweiterungsbau, wurde am 19. Juli 2004 eingeweiht und hat die Kapazität des Baus deutlich erhöht und bietet der Öffentlichkeit nun beste Bedingungen für Besichtigungen. Auf einer Fläche von fast 1.500 m² sind mehr als 18.000 Exponate in einer völlig neuen Zusammenstellung ausgestellt..

Musée d'Art Classique de Mougins © Bert Schwarz
Musée d'Art Classique de Mougins © Bert Schwarz

Vom lichtdurchfluteten Eingangsbereich aus gehen wir in eine schwach beleuchtete Halle, um dann durch eine schmale, dunkle Galerie den «stratigraphischen Trichter» zu betreten, einen spiralförmigen Aufstieg, der uns physisch und symbolisch von der heutigen Welt löst, um besser in die prähistorische Zeit eintauchen zu können. Die Dauerausstellungsräume erstrecken sich entlang der Felswand, ohne sie zu verstecken, und verwandeln sie in eine echte Kulisse und einen Reflektor des Tageslichts. Verglaste Wände öffnen sich darauf und schaffen eine helle Atmosphäre, während andererseits vertikale Schlitze das intensive Licht von Süden her filtern und gelegentlich einen Blick ins Tal einrahmen. Wir wurden neugierig und ermutigt, sich der Felswand draussen zuzuwenden, einem integralen Bestandteil unserer Zeitreise.