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Hauts de France

Hauts de France

von Bert Schwarz

Die Region Hauts-de-France, die das frühere Nord-Pas de Calais und die Picardie umfasst, lernten wir bei unseren zwei Besuchen als eine gastfreundliche und spröde Gegend mit einer Bevölkerung kennen, deren spröder Charme am Anfang die Herzlichkeit verdeckt. Wir fanden eine Mischung aus Natur, Kultur und Traditionen, die eine grosse Auswahl bietet, wie der Urlaub, lang oder kurz, verbracht werden kann.

5 Gründe für 1 Reise nach Nordfrankreich

Autor, Kamera, Montage : Bert Schwarz

© reisemagazin TV 2016

Frankreichs erfrischendes Nord-Pas-de-Calais wurde, finden wir, von den Reisenden zu lange übersehen. Die Region hat sich die Spässe über kaltes Wetter und tölpelhafte Eingeborene zu Eigen gemacht. Und dann hat sie sich klammheimlich zu einem Reiseziel von Weltklasse verwandelt mit einer kühnen Kunstszene, einer Menge historischer Orte und unwiderstehlichem, rauen Charme.

Der neue Louvre in Lens hatte einen aufregenden Start. Zuerst gab es eine Menge Skeptiker bei den Kunstliebhabern, die darüber diskutierten, ob es Sinn macht, wenn Frankreichs berühmteste Gallerie einen Aussenposten in Lens aufmachen solle, einer damals heruntergekommenen früheren Bergarbeiterstadt. Dann kam es zu Kontroversen nach einer Beschädigung durch Vandalen und dann gab's noch Befürchtungen, dass sich Lens nie gegen die anderen hochkarätigen europäischen Museen durchsetzen könne.

Lille © Bert Schwarz

Das ist die zentrale Lage, die genau die richtige Wahl ist, wenn man schnell am Meer sein möchte - oder sich die Kunstschätze, z.B. in Roubaix, ansehen will. Und selbst wenn man keine Lust auf Tagestouren hat, so sind die verschiedenen Möglichkeiten, zu Fuss oder mit dem Rad Interessantes zu erkunden, vielfältig.

La Piscine © Bert Schwarz

Frankreich ist nicht nur ein Landes Weines und des Champagners, sondern auch des Bieres. In Saint-Omer steht eine der grössten Brauereien Nordfrankreichs, die Brasserie Saint-Omer, die wir anlässlich des Fête de la bière besuchen durften und wir eine interessante Führung bekamen, wie aus den festen Zutaten am Ende flüssiges und wirklich gut schmeckendes Bier kommt.

Dann ist da Boulogne, der interessanteste der französischen Kanalhäfen und ein guter Grund, hier eine Pause einzulegen, besonders wenn man noch einen Abstecher in die nördlich gelegene Opalküste macht. Die grösste Attraktion ist Nausicaá, eines der führenden Aquarien Europas.

Opalküste © Bert Schwarz

Gerade einmal eine knappe Stunde von Calais entfernt ist Béthune, eine attraktive, lebendige Kleinstadt zwischen Arras und Saint-Omer gelegen.

Bergues ist das Epizentrum der Region, spätestens nachdem 2008 der Film «Bienvenue chez les ch’tis» («Willkommen bei den Sch'tis») einen Hype um diese Region in Nordfrankreich auslöste. «Sch'ti» oder im Original «Ch'ti» ist die Bezeichnung für Jemanden aus Nordfrankreich und die dort gesprochene Mundart, die aus der etwas südlicher gelegenen Picardie kommt.

Noch was?

Wie Du reist ist Geschmackssache. Sehr individuell. Nicht wirklich verhandelbar. Und dann ist es jedes Jahr das Gleiche: «Wohin fahren wir?»

Ich werde mich hier nicht in die unendlichen Möglichkeiten ergehen, die kennt ihr selbst gut genug - spätestens, wenn der Nachwuchs von hinten aus der Ecke (in Anlehnung an einen alten Werbespot) schreit: «Ich will Kühe!!»

Um es kurz zu machen: Kultur, Bewegung, Natur, ... Gaumenfreuden nicht zu vergessen, werden zum - schon wichtigen, aber dennoch - Beiwerk. Der wesentliche Aspekt heisst Land und Leute kennen zu lernen. Mit dem Wohnwagen gestaltet sich das am einfachsten, denn hier versorge ich mich selbst, erlebe die eigenen Abenteuer ungefiltert, direkt und selbst.

Am Ende einer Reise kann ich dann zu Recht sagen: «Ich kenne diese Gegend.» , und die Menschen dort.

Auch in dieser Region habe ich so das gefunden, was sich weder auf Leinwand noch in Foto- und Filmdateien bannen und einrahmen lässt und kann sagen: diesen Teil Frankreichs und seine Menschen kenne ich.