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Tour de Provençe

Tour de Provençe

von Bert Schwarz

Ob ich nun auf den Passstrassen der Berge herumfahre, am Strand sonnenbade, oder mich auf den Wochenmärkten tummele, - die Provençe und die Côte d'Azur sind sonnenverwöhnt und verführerisch.

Ich kenne die Provençe eigentlich seit mehr als 40 Jahren ... aber nicht wirklich gut. Da sind die Erinnerungen an den Mistral am Strand, wo wir auf Sand herum kauten oder die (gefühlt) ewig langen Strassen über die Route Napoléon zu den Gorges du Verdon, die dann letztlich keine echte Stippvisite zuliessen.

© Bert Schwarz

Unsere Tour de Provence hat bisher zwei Schwerpunkte.

Der Westliche ist mit Aix-en-Provençe im Norden, Marseille im Westen und Toulon im Osten. Unser Quartier hier bezogen wir auf dem Camping Mogador in Sanary sur-Mer, einem Fischerdorf mit eindrucksvoller Geschichte.

Der östliche Teil ist nicht so klar umrissen: Eigentlich orientiert sich diese Gegend an den neu entstandenen Pays de Grasse, dem Hinterland der Stadt, wenn man so will - ein eher von der Lokalpolitik getriebenes Projekt - bis hin zur Grenze nach Italien und Monaco. Die Hochebene von Valensole haben wir ebenfalls besucht, denn von hier stammt ein grosser Teil des für die Parfumindustrie so wichtigen Lavendels. So wirklich gehört diese Ebene in der Nähe der Gorges du Verdon also nicht zum Zielgebiet ... aber ich bin ja nicht kleinlich... ... ...

Tour de Provençe

Autor, Kamera, Montage : Bert Schwarz

© reisemagazin TV 2017 - 2020

Tour de Provençe
Aix-en-Provençe
Das ist Aix: Eine Hand voll Pariser Eleganz tief in der Provençe
Antibes
Antibes hat die Herzen so vieler Künstler erobert. Unseres auch.
Cassis
Von Cassis kleinem Hafen schwärmten Dichter und für Maler war er ein bevorzugtes Motiv
Grasse
Ein paar Autominuten von der Côte d’Azur entfernt liegt Grasse, die Stadt der Parfumeure
La Ciotat
La Ciotat und das Mittelmeer sind über mehr als 20 km wie ein altes Ehepaar.
La Colle-sur-Loup
auf kurzem Spaziergang mit Potential
Le Castellet
Hier dreht sich alles um die schönen Dinge, die das Leben schöner machen
Les Calanques
Die felsigen Klippen werden hier und da von kleinen, idyllischen Stränden unterbrochen
Marseille
Viele Jahre lang war Marseille das Schwarze Schaf an der provençalischen Küste
Mouans-Sartoux
Früher war dies ein Dorf mit Olivenbäumen, Blumen- und Jasminfeldern für die Parfumindustrie in Grasse
Mougins
ist ein echter Geheimtipp, ein Kleinod, das wirklich Beachtung verdient.
Sanary-sur-Mer
Sanary ist ein provençalischer Geheimtipp seit über 100 Jahren
St. Paul de Vence
ein Künstlerdorf?
Toulon
Wer nach bling-bling sucht, ist hier falsch

Lebendige Geschichte

Vor 2.000 Jahren war die Provençe ein Teil des Römischen Galliens und die Römer liessen fabelhafte Denkmäler, Konstruktionen und Gebäude zurück - und nicht zu vergessen, einige von Frankreichs ersten Weinbergen.

Diese Region ist übersäät von Römischen Hinterlassenschaften, einschliesslich einem Amphitheater in Arles, ein Theater in Orange, viele Brücken, davon eine sehr schöne nahe Bonniuex, und sogar ganze Städte nahe St-Rémy de Provençe und Vaison-la-Romaine. Sie ist ein grosse Nummer in einer Sammlung prähistorischer Stätten, mittelalterlichen Abteien, eleganten Kirchen und Art Deco Häusern. Und so fängt die Provençe an, sich wie ein lebendiges Geschichtsbuch anzufühlen.

Museum der Geschichte Marseilles © Bert Schwarz

Kunst in Hülle und Fülle

Nicht allein die Landschaft der Provençe hat legendäre Maler angelockt, wie z.B. van Gogh, Cézanne und Picasso, mit ihren hügeligen Lavendelfeldern, rustikalen Dörfern auf den Spitzen der Hügel, es war das Licht, das Matisse als «weich und zärtlich und dennoch brilliant» beschrieb. Ob du über das in der Sonne glitzernde Meer guckst oder den feurigen Sonnen untergang über den Hügeln - eine Reise in diese Ecke Frankreichs fühlt sich so an, als wenn du schnurstracks in die Leinwand eines Impressionisten hinein gehst. Und bei einer solchen umfangreichen künstlerischen Hinterlassenschaft wundert es gar nicht, dass diese Gegend Heimat herausragender Kunstsammlungen ist, von den Ateliers, in denen van Gogh, Cézanne und Rénoir arbeiteten, ganz zu schweigen.

Musee d'art classique de Mougins © Bert Schwarz

Landschaften zum Schwärmen

Die Provençe and die Côte d'Azur sind wie geschaffen für grosse und kleine Entdecker. Einer der Reize in diese Region zu reisen, besteht darin, auf den Nebenstrassen ins Hinterland zu fahren und die gewaltige Schönheit und Vielfalt in sich aufzusaugen. Da gibts die Lavendelfelder, alte Plantage mit Olivenbäumen, sich an den Hängen entlang windende Bergstrassen und zur entsprechenden Jahreszeit auch schneebedeckte Bergspitzen.

Lavendelfeld auf dem PLateau de Valensole © Bert Schwarz

Hier liegt Frankreichs tiefste Schlucht, die älteste Strasse und einige, herausfordernde Passstrassen, die die Träume eines passionierten Autofahrers Wirklichkeit werden lassen.

Lavendelfeld auf dem PLateau de Valensole © Bert Schwarz

Und dann ist da noch das Mittelmeer selbst.: ein gleissender, blauer Spiegel, der die schroffen Klippen, weissen Strände und den endlosen Himmel reflektiert.

Mittelmeer © Bert Schwarz

Genuss in der Provençe

Egal, wo du in der Provençe hin kommst, du wirst nicht verhungern. Essen ist einer der zentralen Dinge im Leben eines Franzosen, aber in der Provençe wird es zur gepflegten Passion. Dominiert von den geheiligten Zutaten der mediterranen Küche, Olivenöl, Wein, Tomaten und Knoblauch ist das Essen in dieser Region immer ein Highlight. Und suchen muss man auch nicht lange, kleine und grosse Restaurants finden sich überall und ich traf auf sehr gute und grottenschlechte. Es ist also die üblich Mischung, wobei die Chance ein schlechtes Restaurant zu erwischen, dann doch recht überschaubar ist. Dennoch habe ich so etwas gefunden und berichte an anderer Stelle darüber.

Mittelmeer © Bert Schwarz

Noch was?

Ja.

Wie Du reist ist Geschmackssache.

Sehr individuell.

Nicht wirklich verhandelbar.

Und dann ist es jedes Jahr das Gleiche: «Wohin fahren wir?»

Ich werde mich hier nicht in die unendlichen Möglichkeiten ergehen, die kennt ihr selbst gut genug - spätestens, wenn der Nachwuchs von hinten aus der Ecke (in Anlehnung an einen alten Werbespot) schreit: «Ich will Kühe!!»

Um es kurz zu machen: Kultur, Bewegung, Natur, ... Gaumenfreuden nicht zu vergessen, werden zum - schon wichtigen, aber dennoch - Beiwerk. Der wesentliche Aspekt heisst Land und Leute kennen zu lernen. Mit dem Wohnwagen gestaltet sich das am einfachsten, denn hier versorge ich mich selbst, erlebe die eigenen Abenteuer ungefiltert, direkt und selbst.

Am Ende einer Reise kann ich dann zu Recht sagen: «Ich kenne diese Gegend.» , und die Menschen dort.

Quer durch die Region habe ich so das gefunden, was sich weder auf Leinwand noch in Foto- und Filmdateien bannen und einrahmen lässt.